Korf ordnet Apotheken-Reformpläne ein
Die ABDA-Geschäftsführerin Ökonomie, Claudia Korf, sieht in den Koalitionsplänen zur Apothekenreform neben Chancen auch Gefahren in der konkreten Umsetzung. Beim Westfälisch-lippischen Apothekertag (WLAT) in Münster am vergangenen Wochenende ordnete Korf das Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Gesundheit vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage der Apotheken ein. Korf machte deutlich, dass sich die Inhalte grundsätzlich positiv lesen. Sie warnte aber vor dem recht großen Interpretationsspielraum beispielsweise hinsichtlich des Versorgungsgrads, der insbesondere für ländliche Apotheken ein höheres Packungsfixum auslösen soll.
Unter anderem bezog sich die ABDA-Geschäftsführerin dabei auf den im Verhandlungspapier festgehaltenen Satz, dass der Apothekerberuf "zum Heilberuf weiterentwickelt werden" solle. Das seien die Apotheker schon lange, so Korf. Die Weiterentwicklung zum Heilberuf mit mehr Entscheidungskompetenz und weniger Bürokratie sei aber der richtige Ansatz.
Für Korf fängt die "Lobbyarbeit" jetzt erst richtig an. Bezüglich der Pläne von Union und SPD, das Fixum einmalig auf 9,50 Euro für alle Apotheken zu erhöhen, sieht die ABDA-Geschäftsführerin Chancen. "Das ist mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der richtige Ansatz und bringt bei durchschnittlich 40.000 abgegebenen Packungen rund 50.000 Euro je Betriebsstätte. Dass auch der ausländische Versandhandel trotzt komplett abweichender Kostenstruktur davon gleichermaßen profitiert, ist allerdings nicht nachvollziehbar. Um hier mehr Gerechtigkeit entstehen zu lassen, sollten die Sonderleistungen der Vor- Ort Apotheken wie etwa der Botendienst, die Nacht- und Notdienste oder die Dokumentationsgebühren spürbar angehoben werden.“ Das Problem der chronischen Unterfinanzierung der Apotheken wäre aus Sicht von Claudia Korf damit aber noch nicht kurzfristig gelöst. "Selbst wenn wir zum 1. Januar 2026 das höhere Fixum bekommen, wird es hinsichtlich der Schließungszahlen deutliche 'Bremsspuren' geben", warnte Korf und verwies darauf, dass die Zahl der Apotheken vor Ort inzwischen auf unter 17.000 gesunken sei.
Zum Thema Bürokratieabbau, den die Apotheken vor Ort schon lange fordern, machte Korf darauf aufmerksam, dass dies bereits im letzten Koalitionsvertrag gestanden habe – passiert sei aber wenig.
In einem Abschlussvideo des WLAT der Apothekerkammer Westfalen-Lippe blickte Korf allgemeiner und optimistischer in die Zukunft: "Neue Leistungen im Bereich Prävention oder in der Pflege werden möglich. Wir werden die Dinge besser vergütet bekommen, die für Apotheken vor Ort ganz essenziell sind und darüber hinaus gilt es einfach die Kooperation vor Ort zu stärken."

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