Diethylphthalat / Dibutylphthalat
Phthalate
In der März-Ausgabe kritisiert das Öko Test-Magazin unter dem Titel ?Lasst die Hüllen fallen? die Verwendung von Weichmachern wie Diethylphthalat und Dibutylphthalat in der Galenik von Tabletten, Kapseln und Dragees und weist auf toxikologische Bewertungen dieser Hilfsstoffe hin. Hierbei wird ein Vorsorgegrenzwert der EU von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zitiert. Dies ergäbe bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen eine tägliche Grenzmenge von 7 Milligramm. Die pharmazeutisch verwendeten Mengen liegen bei den genannten Präparaten nach Aussage des Magazins im Bereich von 0,148 Milligramm Diethylphthalat beziehungsweise 0,11-0,37 Milligramm Dibutylphthalat jeweils pro Einzeldosis. Dies bedeutete, dass zum Erreichen des Grenzwertes ungefähr 20-64 Kapseln eingenommen werden müssten, was jenseits jeder Dosierungsempfehlung der jeweiligen Hersteller läge.
Öko Test zitiert auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, dessen Aussage ?Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sind reproduktionstoxikologische Effekte beim Menschen durch die Einnahme von phthalathaltigen Arzneimitteln nicht zu erwarten. Ein akuter Handlungsbedarf hinsichtlich der Phthalate in Arzneimitteln wird zur Zeit vom BfArM nicht gesehen.? als Richtschnur für die derzeitige Risikobeurteilung angesehen werden kann.
PZ 10/06