Schlafsucht unter Isotretinoin
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über das Auftreten eines abnormen Schlafbedürfnisses von 14-15 Stunden täglich, das 3 Tage nach Beginn der Einnahme von Isotretinoin einsetzte bei einem Akne-Patienten mit vorbestehender rezidivierender schwerer Depression. Gleichzeitig nahmen sowohl die depressive Symptomatik als auch die Suizidideen zu. Während aber vor der Isotretinoin-Therapie Schlafstörungen häufig auftraten, kam es danach zur Schlafsucht, die in den Wachphasen mit übermäßiger Schläfrigkeit verbunden war.
Die von AkdÄ und BfArM gemeinsam betriebene Datenbank über unerwünschte Arzneimittelwirkungen enthält 470 Meldungen über Verdachtsfälle zu Isotretinoin. Hiervon betrafen 96 Fälle psychiatrische Störungen, davon wiederum 22 Fälle eine Depression und 7 Fälle Suizidgedanken beziehungsweise Suizidversuch. In zwei Fällen wird eine Schlafstörung genannt. In den Fachinformationen von Isotretinoin-haltigen Fertigarzneimitteln wird auf psychische Störungen hingewiesen, die sich in seltenen Fällen als Depression, Verschlimmerung bestehender Depressionen, Angstgefühlen, Stimmungsschwankungen und Aggressivität manifestieren. Sehr selten ist auch über Suizidgedanken oder Suizidversuche berichtet worden. Bei bestehender Vorerkrankung ist daher die Behandlung mit Isotretinoin mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen.
PZ 22/06